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Erste Hilfe (first aid)

 

Die ersten Minuten zählen!

Manchmal kommt der Atem zum Stillstand und das Herz bleibt einfach stehen. Hört auf zu schlagen. Dann entscheiden die ersten Minuten: Zwar kann ein Mensch 30 Tage lang ohne Nahrung überleben und drei Tage ohne Wasser - aber nur drei Minuten ohne Sauerstoff.

Denn wenn das Herz steht und deshalb mit dem Blut kein Sauerstoff mehr ins Gehirn gepumpt wird, sterben die Zellen des Gehirns ab. Hält ein ausgebildeter Ersthelfer mit Beatmung und Herzmassage den Kreislauf in Gang, bis die Rettung eintrifft, kann er das Leben retten. Aber nur jeder zehnte Österreicher beherrscht die wenigen einfachen Handgriffe, die ihn zum Lebensretter machen können. Dabei kann jeder von uns jeden Tag Opfer eines Unglücks sein oder eben ein Retter.

Der Ablauf der Hilfeleistungen etwa nach einem Unfall kann wie eine Kette gesehen werden, die aus fünf Gliedern besteht. Die einzelnen Maßnahmen greifen wie Kettenglieder ineinander und dienen dem Ziel, einem Betroffenen bereits am Unfallort die notwendige Hilfe zu leisten und sicherzustellen, dass er innerhalb kürzester Zeit in ärztliche Behandlung gelangt. Der Ersthelfer wird im Bereich der ersten drei Glieder tätig.

 

1. Glied / Lebensrettende Sofortmassnahmen

Darunter versteht man alle Hilfeleistungen, die unmittelbar der Erhaltung des Lebens eines Schwerverletzten, akut lebensbedrohlich Erkrankten oder Vergifteten dienen. Sie müssen in folgenden Notfällen durchgeführt werden:

 

Gefahrenzone

Absichern, Retten, Bergen

Bewusstlosigkeit

Stabile Seitenlage

Atemstillstand

Beatmung

Kreislaufstillstand

Beatmung und Herzmassage

Starke Blutung

Blutstillung

Schock

Schockbekämpfung

 

 

 

 

   2. Glied / Einen Notruf veranlassen

 

Der Notruf muss folgende Informationen enthalten:

Wo ist der Unfallort?
Was ist geschehen?
Wie viele Verletzte?
Wer ruft an?
Feuerwehr 122
Polizei 133
Rettung 144

Euronotruf 112

 

3. Glied / Weitere Erste Hilfe leisten

 

 

Den Verletzten vor zusätzlichen Schädigungen und Gefahren bewahren,
Wunden versorgen
,
die Schmerzen durch sachgerechte Lagerung oder andere Hilfeleistungen lindern,
den Verletzten betreuen, trösten und Zuversicht ausstrahlen, aber keine Diagnose stellen,
unbedachtes und falsches Eingreifen Dritter verhindern.

 

4. Glied / Sanitätshilfe und Transport

5. Glied / Ärztliche Behandlung

 

 

 

 

Lagerungen

 

Seitenlagerung (Bewustlosenlagerung)

  • alle beengenden Kleidungsstücke öffnen
  • Bewusstlosen vorsichtig und gleichmässig zu sich drehen (bei Rückenverletzungen mindestens zu viert)
  • Stellung der Arme und Beine wie Abbildung
  • Kopf nach hinten gestreckt
  • Gesicht schräg nach unten gerichtet
  • Patient grundsätzlich auf gesunde Seite lagern (Ausnahme: Brustverletzung)
  • nichts zu trinken und zu essen geben
  • Transport in Seitenlage

 

Schocklagerung

  • Kopf und Oberkörper flach lagern
  • Bei Schock nach Flüssigkeitsverlust (starke Blutung nach Minuten, Verbrennungen nach Stunden, Durchfall nach Tagen): Beine (und Arme) umBeine (und Arme) um ca 30 cm (Schuhlänge) anheben
  • vor Kälte und Wärmeverlust schützen
  • nichts zu trinken und zu essen geben
Schocksymptome:
  • Puls schwach und rasch (über 100) oder fehlend
  • Haut blass, kühl und feucht
  • Teilnahmslosigkeit oder Unruhe

 

Rückenlage

Bei Atemnot, Schädel-, Brustverletzungen, Hitzschlag

 

 

Wiederbelebung

Wenn Atem- bzw. Kreislaufstillstand eintritt, muss der Helfer rasch reagieren. Es darf keine Zeit mit der Suche nach der Ursache verschwendet werden, da nur wenige Minuten für eine erfolgreiche Wiederbelebung zur Verfügung stehen.
Folgende Vorgangsweise hat sich dabei bewährt und wird seit Ende 2003 international einheitlich empfohlen:

Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Rettung über neueres und besuchen Sie unbedingt einen ERSTE-HILFE Kurs, auch wenn Sie schon einmal einen gemacht haben, frischen Sie ihn auf!  Infos bei jeder Rettungsstelle!

Bewusstsein

  • Patienten ansprechen, berühren (vorsichtig schütteln, oder leicht zwicken)
    Bewusstsein prüfen
  • Reagiert der Patient nicht: um Hilfe rufen!

Atmung

  • Eventuelle Fremdkörper (Erbrochenes, 3.Zähne etc.) aus dem Mund entfernen
  • Kopf leicht nach hinten überstrecken
    Kopf überstrecken
  • Hören (Ohr zum Mund) - Sehen (Brustkorb) - Fühlen: Atmung vorhanden?
    Hören-Sehen-Fühlen
  • Wenn keine Lebenszeichen vorhanden sind:
  • Rettung rufen: Notruf 144
  • Nase zuhalten und mit weit geöffnetem Mund zwei Mal langsam beatmen (Brustkorb muss sich heben!)
    Nase zuhalten           Mit weit geöffnetem Mund zwei Mal langsam beatmen

Kreislauf

 

  • Herzdruckpunkt im unteren Drittel des Brustbeines suchen, ca. etwas unterhalb, mittig der beiden Brustwarzen
    Druckpunkt suchen
  • Handballen auflegen, darüber die zweite Hand
    Herzdruckmassage: Handballen auflegen
  • Mit gestreckten Armen Druck senkrecht auf das Brustbein ausüben und etwa vier bis fünf Zentimeter rhythmisch niederdrücken.
    Herzdruckmassage
  • Im Verhältnis 2:15 (zwei Mal beatmen und 15 Mal Druckmassage) bis zum Eintreffen der Rettung wiederbeleben (gilt für Ein- und für Zweihelfer).
    Einhelfer-Wiederbelebung

Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Rettung über neueres und besuchen Sie unbedingt einen ERSTE-HILFE Kurs, auch wenn Sie schon einmal einen gemacht haben, frischen Sie ihn auf!  Infos bei jeder Rettungsstelle!

 

Verbrennungen

Verbrennungen und Verbrühungen entstehen durch Berührung heißer Medien, offenes Feuer, heiße Dämpfe und Flüssigkeiten sowie durch Kontakt mit elektrischem Strom. Es entstehen mehr oder minder tiefgreifende Gewebsschäden. Die Schwere ist abhängig von der Ausdehnung (% der Körperoberfläche, die Handfläche ist 1%), der Tiefenwirkung (Verbrennungsgrade), dem Alter (Schockgefahr bei Kindern ab 5%, bei Erwachsenen ab 10%), dem Gesundheitszustand, den Zusatzverletzungen und allgemein auch die Art, Dauer und Lokalisation der Hitzeeinwirkung sowie der Höhe der Temperatur.

Wie erkennt man es

Der Grad der Verbrennung kann bei frischen Verletzungen nie eindeutig beurteilt werden, weil sich die entsprechenden Kennzeichen erst langsam entwickeln. Man unterscheidet drei Verbrennungsgrade:

1. Grad: Rötung, Schwellung, Schmerz 

2. Grad: Blasenbildung -> oberflächlich: starke Schmerzen
                                       -> tiefreichend: gringe Schmerzen, nur Spannungsgefühl

3. Grad: Schorfbildung, Verkohlung


Welche Gefahren sind damit verbunden


Drei Gefahren bedrohen das Leben des Verletzten:

Schock: Kreislaufversagen innerhalb weniger Stunden. Bei ausgedehnten Verbrennungen kommt es zum Plasmaaustritt aus der Blutbahn ins Gewebe. Dieser Plasmaverlust führt, ähnlich wie ein stärkerer Blutverlust, zum Schock. Dabei wirkt der Verbrennungsschmerz verstärkend.

Verbrennungskrankheit: Die Schwere der Schädigung hängt von der Gewebsschädigung allein ab. Dabei kommt es zur Störung und eventuell auch zum Versagen der Nieren- und Lungenfunktion. 

Infektion: Durch Besiedelung einer Verbrennung mit gefährlichen Keimen kommt es zu lebensbedrohlicher Wundinfektion und zu verzögerter Wundheilung; unter Umständen auch zum Wundstarrkrampf.


Welche Erste Hilfe Maßnahmen sind durchzuführen

Kleiderbrände sofort löschen:

       - Brennende Personen in jedem Fall am weglaufen hintern
       - Betroffene auf dem Boden wälzen
       - Flammen mit Tüchern, Wolldecken oder Kleiderstücken ersticken
       - mit Wasser übergießen / in Wasser eintauchen


Bei Einsatz von Feuerlöschern diese nicht auf das Gesicht richten und den nötigen Abstand einhalten. Es gibt Feuerlöscher, die nicht zum Ablöschen brennender Personen verwendet werden dürfen. Daher sind entsprechende Hinweise auf dem Feuerlöscher zu beachten.

Kleidung vorsichtig entfernen, jedoch bereits eingebrannte Kleidungsreste nicht losreißen.

Kaltwasseranwendung:
Der verbrannte Körperteil muss zur Schockbekämpfung, Dämpfung der Hitze und Schmerzlinderung möglichst sofort unter reines, fließende Wasser gehalten werden, bis der Schmerz nachlässt (ca. 10 -15 Minuten). Bei großflächigen Verbrennungen soll die Kaltwasseranwendung nur bei intaktem Kreislauf, d. h. innerhalb der ersten 30 Minuten, erfolgen, weil nach dieser Zeit erhöhte Schockgefahr besteht.

Keimfreie Bedeckung der Brandwunden mit Brandwundenpäckchen, mit Brandwundenverbandtüchern mit Metalline - Tüchern, notfalls auch mit frischen Leintüchern. 

Weitere Schockbekämpfung
Verbrennungen 3. Grades gehören prinzipiell ärztlich versorgt, Verbrennungen 2. Grades dann, wenn die Blasenfläche größer ist als die Handfläche des Verletzten, zur Sicherheit sollten Sie trotzdem einen Arzt aufsuchen!

Notruf

Bei schweren Verbrennungen ruft man sofort die Rettung (144), denn eine exakte Schockbekämpfung und rascher, schonender Transport ins Krankenhaus können lebensrettend sein.

Hinweis:


Führen sie niemals bei Verbrennungen diese Dinge durch:

Brandwunden mit den Fingern berühren (Infektion)

Hausmittel, Salben, Puder, Gelees auf großflächige Verbrennungen geben,
  da dies die Behandlung im Krankenhaus stören und dadurch den Verletzten
  schädigen könnte.

an der Haut klebende Kleidung nicht herunterreißen, da dadurch große
  Wundflächen freigelegt werden, was zu großem Flüssigkeitsverlust und somit
   zum Schock führen könnte. Kinder sind diesbezüglich besonders gefährdet.

 

 

Vergiftungen

Unter Vergiftungen versteht man das Auftreten schwerer, oft lebensbedrohender Krankheitserscheinungen nach Aufnahme eines Gifts. Gifte sind feste, flüssige und gasförmige chemische Substanzen, die, schon in geringer Menge aufgenommen, den Körper schwer schädigen. Die Aufnahme des Giftes kann über die Lunge, den Magen, die Haut und durch Injektionen erfolgen.

Vergiftungsinformationszentrale (Tel. Österreich) 01/4064343



Wie erkennt man es
An eine Vergiftung muss man denken, wenn bei einem bisher gesunden Menschen plötzlich schwere Krankheitserscheinungen auftreten wie:
 

Bewusstseinsstörungen - Bewusstlosigkeit

Erregungs- und Rauschzustände

Übelkeit - Erbrechen - Durchfälle

Hautveränderungen (Blässe, Röte, Blauverfärbung)

Pupillenveränderung (starre Pupillen, die eng oder weit sein können)

Atem- und Kreislaufstörungen

Weiters muss an eine Vergiftung gedacht werden, wenn mehrere Menschen gleichzeitig dieselben Krankheitserscheinungen aufweisen (z.B. Erbrechen, Durchfall) oder wenn die Umstände eines Unglücks dafür sprechen (Regloser im Gärkeller).

Zusätzliche Hilfen für das Erkennen einer Vergiftung sind:
 

Befragen und Beobachten des Erkrankenten

Befragen der Umgebungspersonen (Angehörige, Nachbarn)

Inspektion der Umgebung (Abschiedsbrief, leere Medikamentenschachteln)


Welche Gefahren sind damit verbunden
Schock - Bewusstlosigkeit - Atemstillstand - Kreislaufstillstand. Zudem kann es zu bleibenden
Spätschäden, z.B. Hirn-, Leber- und Nierenschäden, kommen.

Warten Sie nicht lange und gehen Sie zu einem Arzt!

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